KIBA: Kooperative Inwertsetzung von biodiversen Anbausystemen

Müsli von hier - Klimarettung zum Frühstück?

Müsli ist beliebt und die Nachfrage steigt weiter. Gleichzeitig verdienen Anbauweisen, die Biodiversität und Klimaanpassung fördern, mehr Aufmerksamkeit.

Wir wollen im KIBA-Projekt prüfen, wie ein Müsli aus regionalen Komponenten eine resiliente Landwirtschaft unterstützen und sichtbar machen kann. Daher sollen die Müslikomponenten die Vielfalt der Region Werra-Meissner widerspiegeln und aus Agroforstsystemen und Streuobstwiesen, aus dem Nuss- oder Hanfanbau und aus der ökologischen Landwirtschaft kommen. Um die Wertschöpfung in der Region zu ermöglichen, wollen wir ermitteln, wie die Verarbeitung möglichst vor Ort und in Kooperation durchgeführt werden kann.

Das Projekt in Kürze

Unter dem Titel ‘Initialisierungsmanagment’ fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine 14-monatige Machbarkeitsstudie zur Entwicklung und Vermarktung regionaler Produkte (Laufzeit: 1.06.2024 – 31.07.2025).

Ziel unseres Projekts ist es, eine wirtschaftlich tragfähige Herangehensweise für ein Müsli (erweiterbar um Müsliriegel und ähnliche Produkte), produziert im Werra-Meißner-Kreis, zu entwickeln. Dabei wird die Verarbeitung von Getreide, Saaten, Nüssen und Früchten aus Streuobstbeständen und gemischten Agroforstsystemen betrachtet. Im Fokus steht die Vernetzung von Verarbeitungskapazitäten und die Investitionsplanung für zusätzliche technischen Bedarf für eine kooperative Herstellung von Müsli.

Im Förderzeitraum wird es noch kein fertiges Produkt geben, jedoch sollen alle Fragen, Abnahmebeziehungen, Prototypenentwicklung, Logistik und Berechnungen geklärt werden, um bei ausreichend Angebot, Nachfrage und Wirtschaftlichkeit direkt in die Produktion gehen zu können. Hierzu ist es möglich, nach den 14 Monaten eine anteilige Investitionsförderung vom Bund zu erhalten – weitere Förderungen aus Regional- und Landesmitteln werden ebenfalls in Betracht gezogen.

Für die Kooperation sind bislang angefragt :

  • Alles im Grünen Bereich e.V., Kaufungen (Frucht-Agroforst, Streuobst, Hafer, Getreide)
  • Streuobstinitiative Werra-Meißner e.V. (Streuobst, Netzwerk)
  • SILKA – Streuobstinitiative im Landkreis Kassel e.V. (Streuobst, Verarbeitung, Netzwerk)
  • Biolandhof Werragut (Hafer, Getreide, Streuobst)
  • Gut Fahrenbach GbR, Witzenhausen (Hafer, Getreide, Honig; Erfahrungsaustausch Müsliproduktion)
  • Biohonig Werratal, Heldra (Imkerei)
  • Imkerverein Eschwege 1895 e.V., Eschwege

Welche Komponenten kommen in ein regionales Müsli?

Getreide, Streuobst (Kern- und Steinobst), Beerenobst aus Agroforst, Nüsse, Saaten und Honig werden bereits von Betrieben im Werra-Meissner-Kreis erzeugt. Alle Komponenten bedürfen nach der Ernte einer spezifischen Weiterverarbeitungskette, die bislang nicht vollständig in der Region existiert:

Getreide zu Flocken: Reinigung, ggf. Schälen, Darren/Dämpfen (verbesserte Haltbarkeit und nussiger Geschmack) und Flockieren (Steigerung des Nährwerts)

Streuobst (Kern- und Steinobst) zu Trockenfrüchten: Sortierung, Entkernen, Zuschneiden, Trocknen

Beerenobst: Zuschneiden, Tiefkühlung, Gefriertrocknung

Nüsse: Säubern, Trocknen, Knackmaschine zum Öffnen, Nachknackmaschine mit Schalenentferner zum Herauslösen der Kerne

Honig zu Knuspermüsli: fertig geschleuderter Honig wird mit Getreideflocken und weiteren Komponenten vermischt und gebacken

Wir danken der Sparkasse Werra-Meißner für Ihre Unterstützung der Vereinsarbeit!